Christlich-jüdischer Dialog

Ergänzung des Grundartikels der bayerischen Kirchenverfassung

Nachdem schon dreizehn deutsche evangelische Landeskirchen ihre Kirchenverfassung um einen Abschnitt ergänzt haben, der den einzigartigen Charakter des christlich-jüdischen Verhältnisses betont, denkt nun auch die bayerische Landeskirche an eine solche Erweiterung. In der geplanten Ergänzung des Grundartikels heißt es:

„Mit der ganzen Kirche Jesu Christi ist sie (die bayerische Landeskirche) aus der tragenden Wurzel des biblischen Israel hervorgegangen, sie bezeugt mit der Heiligen Schrift die bleibende Erwählung des Volkes Israel und weiß sich dem jüdischen Volk geschwisterlich verbunden.“

Da eine solche Ergänzung einen wichtigen Einschnitt darstellt, haben die kirchenleitenden Organe beschlossen, die Kirchengemeinden und Dekanate um ihre Meinung zu bitten. Nun wird in vielen Kirchengemeinden, Kirchenvorständen und Dekanaten eifrig diskutiert. Viele Fragen brechen auf, und eine der Fragen, die immer wieder gestellt wird, heißt: Ist das Verhältnis zum Judentum tatsächlich so entscheidend für das Selbstverständnis unserer Kirche, dass eine solche Ergänzung nötig ist?

Der bereits verstorbene und sehr populäre jüdische Jesusforscher David Flusser hat ein kleines Büchlein geschrieben, das den Titel trägt: „Das Christentum, eine jüdische Religion!“ Wenn die Substanz des Christentums – wie Flusser behauptet – essentiell jüdisch ist, dann kommt, wer christliches Selbstverständnis ernst nimmt, am Judentum tatsächlich nicht vorbei, dann ist auch eine Würdigung des Judentums in einer Kichenverfassung mehr als angebracht. Wie tief die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens trotz aller Unterschiede sind, das wollen die folgenden Artikel aus unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen.

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